Herz, Stolz

„Sei stolz auf Dich“.

„Ich bin stolz auf mich!“ Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie diesen Satz lesen? Verbinden Sie damit etwas Wohliges, Selbstbewusstes, Tolles und Schönes? Oder denken Sie so etwas wie: „Wow! Wie überheblich, damit einen Text anzufangen?“ Genau das ist das Spannende an der Emotion Stolz. Je stärker diese Emotion ausgeprägt ist, desto schneller kann die Deutung auch ins Negative kippen. Je natürlicher und „wohldosierter“  die Emotion eingesetzt wird, desto angenehmer und positiver kommt sie an.

Stolz ist für uns wichtig

Wenn wir die Emotion Stolz empfinden, dann identifizieren wir uns mit uns selbst. Und das ist gut, denn in solchen Momenten erkennen wir an, wie das eigene ICH eigentlich ist – mit allen Ecken und Kanten und mit allen Vorzügen. Wir gehen eine Beziehung mit uns selbst ein, wir schätzen uns und das kann uns Kraft und Zuversicht geben. Wohl dosierter Stolz ist eine große Hilfestellung, uns selbst und unsere Haltung zu uns selbst aufzuwerten.

Stolz und der Selbstwert

In anderen Artikeln habe ich bereits über das Thema Selbstwert geschrieben und auch im Coaching ist Selbstwert immer wieder ein wichtiges Thema. Nun fragen Sie sich sicherlich, weshalb Selbstwert in diesem Artikel wieder auftaucht. Die Antwort ist recht einfach: Stolz hilft uns, unseren Selbstwert zu steigern. Wie schon beschrieben, erkennen wir, wenn wir stolz sind, unser Handeln, unser erreichtes Ergebnis, unsere Art etc. an. Es findet eine Verbindung zwischen unserem Handeln und unserem Sein statt in Form einer Anerkennung und Wertschätzung. Das wiederum führt dazu, dass unser Selbstwert steigt. Sie erkennen an, dass Sie etwas Gutes gemacht haben bzw. ein toller Mensch sind. Ein wunderschöner Kreislauf, oder?

Authentischer Stolz

Wichtig ist aber, dass es sich bei diesem hilfreichen Stolz um einen authentischen Stolz handeln sollte. Es geht nicht darum, dass Sie sich nun immer und überall auf die Schulter klopfen und es immer und immer jedem unter die Nase reiben, dass Sie stolz auf sich sind. Vielmehr geht es darum, dass Sie ehrlich in sich hineinspüren und versuchen, den Stolz als Emotion wahrzunehmen. Genießen Sie das Gefühl der Souveränität, des Würdevollen oder der Selbstsicherheit – für sich selbst! Wie auch immer sich der Stolz für Sie genau anfühlt, halten Sie diesen Moment fest und freuen sich darüber. Denn genau dieser Stolz ist gut und authentisch. Das hilft ihnen auch, nicht mit einem überzogenen und arrogant nach außen getragenen Stolz durch die Welt zu marschieren.

Sensibilisieren Sie sich!

Hier noch eine kleine Übung zum Ende. Nehmen Sie sich etwas Zeit, einen Zettel und Stift und los kann es gehen. Versuchen Sie einmal, sich zu fragen:

  • In welcher Situation waren Sie das letzte Mal so richtig gesund stolz auf sich?
  • Wie fühlte sich das an? Versuchen Sie, in die Situation einzutauchen. Schließen Sie die Augen und versuchen Sie, sich richtig genau an die Situation zu erinnern. Malen Sie sich die Bilder vor Ihrem inneren Auge aus und nehmen Sie so die Emotion wahr.
  • Was hat Sie in dem Moment so stolz gemacht? Erspüren Sie den Auslöser! Ein Auslöser könnte sein, dass Sie sich z. B. auf sich selbst verlassen haben oder dass Sie aus Ihrer Komfortzone gekommen sind. Die Gründe sind sehr vielfältig, versuchen Sie, Ihre persönlichen Gründe zu finden.

Wenn Sie nun die Gefühle, die aus der Emotion Stolz entstehen, wahrnehmen können und auch eine Idee haben, was der Auslöser des stolzen Moments war, können Sie in Zukunft versuchen, diesen Auslöser immer mal wieder aktiv zu nutzen. Hierzu ein Beispiel: Sie sind in der Regel eher ruhig und schwingen in einer Gruppe mit. Doch dieses eine Mal waren Sie so unzufrieden mit dem Umfeld und den Gegebenheiten, dass Sie allen Mut zusammen genommen haben und auf Ihr Bauchgefühlt gehört haben, etwas zu verändern. Und das war gut – Sie waren sehr stolz darauf, gehandelt zu haben, auch, weil es Sie aus der Komfortzone gebracht hat. Daraus können z.B. Sie für sich mitnehmen: „Ich kann mich auf mich verlassen, beim nächsten Mal handle ich gleich, anstelle mir etwas gefallen zu lassen.“ Erkennen Sie die Mechanik?

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