Quitscheente, Selbstwert, nein, anders sein, unterschied, Kommunikation, coaching

„Nein“ sagen wird einfacher, wenn ich „Ja“ zu mir sage!

Im Beitrag in der letzten Woche habe ich beschrieben, was Sie tun können, um Ihr „Ja“ zu sich zu stärken und damit selbstbewusster zu werden. Haben die ersten Schritte geklappt? Haben Sie eine Liste von 10 Dingen oder Eigenschaften gefunden, zu denen Sie „Ja“ sagen und nicht ins Zweifeln kommen? Konnten Sie auch Ihren inneren Kritiker stoppen, Glaubenssätze erkennen und aufdecken? Dann bin ich stolz auf Sie – und Sie dürfen erst recht stolz auf sich selbst sein! Sie sind damit einen großen Schritt weiter gekommen. Jetzt geht es darum, dass das „Ja“ zu mir weiterhin Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommt. Denken Sie daran: Ihr Selbstwert hat lange genug auf die Anerkennung gewartet und muss sich nun erst (wieder) daran gewöhnen, dass wir Eigenschaften von uns lieben lernen. Das bedeutet: nicht aufhören mit der Beobachtung und dem Anerkennen, denn die alten Muster brauchen einen Weile, bis sie sich verändern. Doch wie fühlt es sich an auch mit gutem Gewissen „Nein“ zu sagen? Darum geht es heute.

Weiter machen lohnt sich: Hier ein neuer Motivationsschub!

Wenn wir einen stärkeren Selbstwert haben, kann dieser uns auch dabei unterstützen, „Nein“ zu sagen. Leider schwingt aber beim „Nein“ oft ein schlechtes Gewissen mit. Folgender Gedanke dazu: Wenn ich mich akzeptieren kann, was mich ausmacht und mich selbst in Ordnung finde, wie ich bin, dann weiß ich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch, was mir gut tut, was ich will und bin entscheidungsfreudiger. So ist es zumindest mir ergangen, als ich den Prozess gestartet habe. Erklärt habe ich es mir damit, dass ich nicht mehr Jedem gefallen wollte und es Allen recht machen wollte. Der Fokus liegt nun bei mir. Was nicht heißt, dass ich nur noch Nein sage und nur noch das tue, was ich will, aber ich selektiere mehr. Heute kann ich dazu stehen, wenn jemand mein „Nein“ nicht akzeptiert, denn ich weiß, dass mein „Nein“ eine  bewusste Entscheidung war.

Gründe, die uns hindern, „Nein“ zu sagen

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch kurz mit auf den Weg geben, was weitere Gründe sein können, die es uns schwer machen, „Nein“ zu sagen. Egal, ob wir einen guten Selbstwert haben oder nicht, keiner mag es, als Egoist bezeichnet zu werden, was bei einem „Nein“ leider manchmal passiert. Weiterhin heißt ein „Nein“ manchmal auch, dass eine Zurückweisung stattfinden kann. Unser Gegenüber versteht unsere Entscheidung nicht und handelt vielleicht mit „Liebesentzug“ oder kündigt sogar die Freundschaft. Wir haben häufig Angst davor alleine dazustehen. Und dazu gibt es noch die andere Seite der Medaille: manchmal fühlt es sich auch gut an, wenn man um einen Gefallen gebeten wird und „Ja“ sagen kann, etwa wenn uns jemand um Hilfe bittet, wenn er etwas nicht kann, uns das aber sehr leicht fällt. Oder wenn wir durch eine neue Aufgabe im Job glauben, endlich gesehen zu werden.

Ein Tipp für den Weg dahin

Ich möchte Sie ermutigen, „Ja“ zu sich zu sagen, um dann auch besser „Nein“ sagen zu können. Denn auch hier gilt: je höher unser Selbstwert – das „Ja“ zu uns – desto leichter können wir mit einem Konflikt, einer Ablehnung oder dem Wunsch nach Bestätigung umgehen. Wenn wir „Ja“ zu uns sagen und wissen, was uns wichtig ist, dann können wir viel besser einschätzen, ob unsere Angst vor dem Konflikt berechtigt ist. Aber was mache ich, wenn ich noch in den Startlöchern stehe und noch im Aufbau meines Selbstwertes – dem „Ja“ zu mir – bin? Überwinden Sie Ihre Zweifel und hören Sie auf Ihre Intuition, Ihren Bauch. Wenn Sie wissen, was Ihnen wichtig ist, dann ermutigen Sie sich und sagen: „Nein“. Ein „Nein“ sollte klar ausgesprochen werden, „rumeiern“ macht es einem selbst nur noch schwieriger und bietet unserem Gegenüber die Möglichkeit, uns zu „bearbeiten“. Deshalb mein Tipp: ein klares „Nein“ aussprechen, wenn ich mir sicher bin. Die Sicherheit in der Entscheidung ist dabei wichtig! Je größer die Klarheit der Aussage ist, desto schneller und besser wird Ihr Gegenüber sie anerkennen und annehmen. Und mit jedem angenommenen, nicht weiter ausdiskutierten „Nein“ steigern Sie wieder ihren Selbstwert. Doch bitte übertreiben Sie es nicht! 😉

Schlagen Sie den Gründen, die gegen ein Nein sprechen ein Schnippchen! Das allerdings wäre ein Thema für einen weiteren Tagebucheintrag. Sie möchten hierzu noch mehr erfahren oder gemeinsam mit mir an sich arbeiten? Dann buchen Sie doch ein persönliches Coaching und erfahren Sie mehr über sich.

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