Miakado, Durcheinander, Kopf, denken

Entscheidungen treffen: Höre ich auf den Bauch oder den Kopf?

Wann haben Sie das letzte Mal eine Entscheidung getroffen? Es ist sicherlich nur einige Sekunden her. Zum Beispiel haben Sie sich gerade überlegt, ob das hier ein interessanter Eintrag ist oder ob Sie ihn lieber wegklicken. Wir treffen jeden Tag ca. 20.000 Entscheidungen. Das ist gar nicht so erstaunlich, denn es fängt schon morgens an mit der Entscheidung – noch einmal umdrehen oder aufstehen. Weiße Bluse oder blaue Bluse? Welche Socken, Hose etc. ziehe ich an? Was frühstücke ich? Die meisten Entscheidungen treffen wir unterbewusst und ohne, dass wir es überhaupt merken. Um diese Entscheidungen soll es hier nicht gehen. Denn diese Entscheidungen fallen uns leicht. Doch es gibt auch Entscheidungen die uns in schlaflose Nächte treiben.

Stellen Sie sich vor…

Sie haben einen Job in einer andern Stadt angeboten bekommen. Sie freuen sich sehr, aber auf einmal kommt der Gedanke: „Oh, neue Stadt bedeutet auch neuer Anfang. Was mache ich nur mit meinen Freunden?“ Wenige Sekunden später ein neuer Gedanke: „Ach cool, es gibt in einer neuen Stadt viel zu entdecken. Neue Impulse, neue Leute und vor allem wäre die neue Aufgabe eine echte Herausforderung.“ Doch da ist schon wieder ein neuer Gedanke: „Wie bringe ich es nur meiner Familie bei, dass ich gerne in eine andere Stadt für einen Job gehen möchte? Sie wird es nicht verstehen.“ Diesen Dialog könnte ich noch ins Unendliche führen. Ich denke, das Prinzip der Zerrissenheit, der unterschiedlichen „inneren Stimmen“ ist klar geworden.

Nun gibt es verschiedene Wege mit der Entscheidung umzugehen. Hören wir auf den Bauch oder den Kopf? Wie kann ich die Entscheidung treffen, dass ich auch morgen damit noch zufrieden bin? Schauen wir uns doch mal die möglichen Wege und Herausforderungen an.

Dem Bauchgefühl vertrauen

Es gibt Menschen, die einfach nur auf ihr Bauchgefühl und die Intuition hören. Da ist das Gefühl so stark, dass kein rationaler Gedanke dagegen gewinnen kann. Ist das nun schlecht? Diese Frage stellen sich viele. Haben wir einen wirklichen Vergleich – nein, wir haben nur eine Fantasie, eine Idee, die wirklich getroffenen Entscheidung gegenübersteht. Und unsere Fantasie ist wiederum Produkt unserer Gedanken und wie wir bereits wissen, können Gedanken uns ganz ordentlich an der Nase herumführen.

Tipp: Wenn Sie eine gute Intuition haben, diese bewusst einsetzt und bis jetzt immer für sich gut damit gefahren sind, vertrauen Sie Ihre Intuition weiter. Denn es kann keine Entscheidung ohne Intuition gefällt werden. Sie schwingt immer irgendwie mit. Genauso wie auch immer mal wieder Fakten unsere Intuition beirren. Aber: machen Sie sich trotzdem die Entscheidung bewusst. Nur so können Sie sich entscheiden, wie sich das nächste Mal entscheiden wollen.

Rational Entscheidungen treffen

Kommen wir zum Beispiel mit dem Job-Umzug zurück. Hier können Sie auch eine ganz rationale Entscheidung treffen. Nehmen wir an, Sie haben eine Familie mit drei Kindern und aktuell verdienen Sie nicht genug, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Würden Sie den Job annehmen, hätten Sie genügend Einkommen, dass Sie sogar noch etwas für einen Urlaub zur Seite legen könnten. Wenn es doch immer so einfach wäre!

Tipp: Bei einigen wenigen aufwendigen Entscheidungen spielen rein rationale Gründe eine Rolle. Denn normalerweise können wir keine rein rationalen Entscheidungen fällen. Es ist auch immer unser Herz, unsere Intuition beteiligt und in den seltensten Fällen haben wir wirklich einen guten Überblick über Optionen und Konsequenzen. Mit einer Entscheidungstabelle kommen wir dem einen Schritt näher: Diese könnte in unserem Beispiel so aussehen, dass in der Horizontalen die zwei unterschiedlichen Städte stehen und in den Zeilen eine lange Liste unserer Kriterien, die bei der Entscheidung abgedeckt werden sollen, also z. B. Gehalt, Urlaubsanspruch, Reisebereitschaft, Familienzeit und vieles mehr. In der Matrix können Sie nun die Kriterien mit +,-,0 bewerten. So erhalten Sie schnell einen Überblick. Aber Achtung: auch hinter diesen Bewertungen verbergen sich in den seltensten Fällen Zahlen, Daten und Fakten, vielmehr sind auch diese Einschätzungen oft von Intuition und Emotion geleitet.

So geht’s im nächsten Beitrag weiter

Diese beiden Optionen sind sicherlich zwei Extreme. Aber sie begegnen uns häufig und manchmal beirren sie uns auch. Deshalb gibt es selbstverständlich noch ganz andere Möglichkeiten, wie Sie zu einer Entscheidung gelangen können. Damit mache ich in der nächsten Woche weiter. Dabei werde ich auch noch auf verschiedene Tools zu sprechen kommen, die uns unterstützen können, Entscheidungen zu treffen.