Emotionen sind mehr als Gefühle

Emotionen oder Gefühle sind im alltäglichen Sprachgebrauch oft gleichgesetzt. Eine Empfindung überkommt uns und schon ist das ein Gefühl oder eine Emotion. Aber: Emotionen sind mehr als Gefühle!

Ganz grob gesagt beeinflussen Emotionen unser Handeln unterbewusst. Emotionen sind sozusagen das Unbewusste hinter den bewussten Gefühlen. Emotionen werden durch bestimmte Themen – oder: Trigger – aktiviert und dienen auch dazu, uns zu schützen oder unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Hier liegt also eine extrem schnelle Informationsverarbeitung vor, damit wir ohne Umwege ins Handeln kommen. Da die Emotionen hinter den Gefühlen ziemlich bedeutend für und sind, wird es heute und auch nächste Woche um dieses Thema gehen.

Auch im Coaching ist das Thema Gefühle immer wieder ein relevanter Punkt. Dabei geht es z.B. oft um Aussagen wie: „Gefühle gehören nicht ins Büro“ oder: „Bei uns geht es immer um die Sachebene.“

Ist das wirklich möglich?

Sicherlich werden Gefühle gerade im Business-Kontext häufig versucht auszublenden bzw. werden sie nicht zwingend nach außen getragen. Doch innerlich passiert einiges, ob wir das wollen oder nicht. Denn hinter dem Gefühl steht eine Emotion, die oft unterbewusst zu einer Handlung führt. Körperlich passiert das im limbischen System und im vegetativen Nervensystem. Sicherlich ist es möglich das Gefühl „zu unterdrücken“ oder „klein zu halten“. Doch was ist mit der unbewussten Emotion, die dahinter verborgen bleibt? Sie wird trotzdem über Mimik, Gestik oder Stimme ausgedrückt. Mit diesem Wissen ist es doch interessant drüber nachzudenken, inwieweit Gefühle tatsächlich im Büro keine Rolle spielen.

Wie erkennen Sie Emotionen?

Emotionen können wir nonverbal an unserem Gegenüber beobachten. Haben Sie schon einmal bemerkt, dass der Kollege oder die Kollegin manchmal eine höhere Stimme hat als sonst? Oder zu bestimmten Anlässen viel leiser spricht als in anderen Situationen? Die Stimme ist nur ein Signal. Auch die Mimik, Gestik und Körperhaltung senden solche nonverbalen Signale. So kann z.B. die Körperhaltung voller Anspannung oder ganz ohne diese sein. Auch eine verschlossene oder offene Haltung sind möglich. Dazwischen passiert natürlich auch immer etwas. Es gibt ja nicht nur die eine Ausprägung, sondern immer ganz unterschiedliche Muster.

Ein nonverbales Signal, welches ich sehr gut wahrzunehmen finde, gehört zu den psychophysiologischen: der Atem. Wie schnell und tief ist die Atmung? Sie sehen, es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie wir nonverbal unsere Emotionen nach außen tragen, die uns selbst vielleicht gar nicht bewusst sind.

Welche Emotionen gibt es?

Nun habe ich Ihnen schon einiges zum Thema Emotionen zusammengefasst. Aber ich haben immer noch offengelassen, welche Emotionen es eigentlich gibt. Hier gibt es verschiedenste Definitionen. Ich bediene mich hier den 12 Primäremotionen, die sich nach Eilert aus den von Ekmann definierten Basisemotionen und den sozialen Emotionen zzgl. des Interesses ergeben. Mit Interesse ist die erste Emotion genannt. Ja, Interesse ist eine Emotion und sogar eine sehr relevante. Denn sie stellt den Antreiber der Motivation zum täglichen Handeln.

Weiterhin verbergen sich hinter den Basisemotionen Angst, Überraschung, Ärger, Ekel. Verachtung, Trauer und Freude. Die sozialen Emotionen sind Scham/Verlegenheit, Schuld, Liebe und Stolz. Diese Emotionen sind nicht voneinander zu trennen, sondern sie sind fließend zu verstehen. Sie hängen zusammen: Ekel und Verachtung zum Beispiel.

Wie können wir mit Emotionen arbeiten?

Doch weshalb erzähle ich davon in meinem Blog? Ganz einfach: Erstens werde ich immer wieder darauf angesprochen, was ich davon halte, Gefühle oder Emotionen aus dem Business zu halten. Zweitens geraten die Begriffe im Alltag oft durcheinander und ich finde es sehr interessant und wichtig zu verstehen, was der Unterschied ist und was man damit machen kann. Mit etwas Beobachtungsgabe kann jede Person Veränderungen beim Gegenüber sehen und dann ansprechen oder hinterfragen. Als Sender einer Botschaft wiederum kann ich sensibler werden und überprüfen, was beim Gegenüber ausgelöst wird. Zugegeben: Das ist nicht einfach. Doch mit Übung und Wissen hilft es weiter.

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