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„Du verstehst mich einfach nicht!“ – Vier Ebenen der Kommunikation

Kein neues Thema heute, aber ein Thema, das in meinen Seminaren immer wieder meine Teilnehmer begeistert. Das Modell zur Darstellung der vier Ebenen der Kommunikation erklärt, weshalb Kommunikation so oft aneinander vorbei geht. Nachdem ich das Modell am Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun erklärt habe, sagen viele Teilnehmer: „Stimmt, das habe ich so noch nie gesehen. Hätte ich das vorher gewusst, dann wäre gar nicht erst der Konflikt entstanden.“

Was sind die vier Ebenen der Kommunikation?

Das Kommunikationsquadrat wird auch als Vier-Ohren-Prinzip oder als Nachrichtenquadrat bezeichnet und es zeigt, dass Aussagen verschieden gemeint und aufgenommen werden können. Hier gibt es auf Sender-Seite – also auf der Seite der Person, die etwas ausspricht – vier Arten von Botschaften, die immer mitschwingen.

Vier Arten einer Botschaft

Hinter jeder Botschaft verbirgt sich eine Sachinformation, eine Selbstkundgabe, ein Beziehungshinweis oder Appell. Doch nun mal langsam, was meint das? Wenn ich z. B. zu meinem Partner sage: „mir ist kalt“, dann kann ich die Aussage wie folgt meinen:

1. Ich sende eine Sachinformation, über die ich ihn einfach informieren möchte. Hier geht es um die Sache (Daten, Fakten, Sachverhalte): Ich friere gerade.
2. Ich spreche eine Selbstkundgabe aus, da über Gefühle, Werte, Eigenarten und Bedürfnisse gesprochen wird. Dieses kann direkt, indirekt, explizit oder implizit erfolgen: Dass ich friere, finde ich nicht besonders gut.
3. Die Beziehungsebene im Beispiel wird natürlich auch nicht vernachlässigt, denn es gibt zu dem 3 Worten auch noch die Formulierung, den Tonfall, die Mimik und Gestik, die etwas verraten und ausdrücken: Ich möchte, dass wahrgenommen wird, dass mir kalt ist.
4. Zum Schluss noch den Appell, der in den 3 Worten steckt. Jede Äußerung trasportiert auch Wünsche, Appelle, Ratschläge oder Handlungsanweisungen: Mein Partner soll das Fenster schließen.

Doch das Modell der vier Ebenen der Kommunikation beschäftigt sich nicht nur mit dem Sender, sondern auch mit dem Empfänger. Wie nimmt der Empfänger die Botschaft wahr? Das steht in diesem Schritt des Hinterfragens an: denn auch mein Partner kann meine Botschaft „vierfach“ wahrnehmen.

1. Das Sachohr – der Empfänger überprüft die Botschaft auf wahr oder unwahr, relevant oder irrelevant, hinlänglich oder unzureichend: Kann es sein, dass es gerade kalt ist?
2. Das Selbstkundgabe-Ohr fragt sich: Was ist mit ihr? Was ist das für eine ? Wie ist sie drauf? Warum ist ihr denn jetzt kalt?
3. Mit dem Beziehungsohr wird die Aussage darauf geprüft, wie wertschätzend, respektvoll, demütigend etc. die Aussage ankommt: Warum sagt sie mir das?
4. Dann bleibt noch das Appell-Ohr. Hier wird der Empfänger schnell hellhörig und fragt sich, was er tun soll: Ich soll aufstehen und das Fenster schließen.

Die Krux an der Sache der Kommunikation

Nicht jede Aussage wird so kodiert (Sender) oder dekodiert (Empfänger), dass zwingend Sender und Empfänger die gleichen „Zwischentöne“ senden und empfangen. Einfach gesagt kann genau so ein ungewollter Konflikt entstehen, bei dem später keiner mehr versteht, wie er ausgelöst wurde. Anders ausgedrückt: Nur Aussagen, die ein Sender eindeutig sendet und die auch mit der Deutung des Empfängers zusammen passt, führt zu keiner Irritation.

Was tun mit dieser Sender-Empfänger Erkenntnis?

Ich möchte es an meinem Beispiel „Mir ist kalt“ erklären:

  • Es könnte sein, dass der Sender mit der Aussage etwas Aufmerksamkeit (Selbstkundgabe) erhalten wollte – aber der Empfänger hört es vielleicht stark mit dem Sach-Ohr und nimmt es hin. Beim Lesen werden sicherlich schon viele das Konfliktpotenzial erkennen. Der Sender könnte nachladen und den Wunsch nach Aufmerksamkeit weniger verschlüsseln.
  • Es könnte auch sein, dass der Empfänger die Aussage stark mit dem Appell-Ohr wahrnimmt. Wenn er sich aber nicht sicher ist, kann nachgefragt werden. „Soll ich das Fenster schließen?“
  • Es kann auch sein, dass der Sender die Aussage als Appell meint, doch der Empfänger hört nur die Sachinformation und sagt vielleicht sowas wie: „oh, das ist nicht schön.“ Diese Botschaft kann auch ordentlich nach hinten los gehen. Doch auch hier wird eine Rückfrage helfen: „Magst du für mich das Fenster schließen?“

Ich habe nicht alle möglichen Kombinationen aufgeschrieben. Doch ich denke, die drei Kombinationen verdeutlichen, dass Nachfragen und deutliches Ausdrücken auf jeden Fall sehr hilfreich sein können. Der Empfänger kann nicht zwingend den „Unterton“ des Senders richtig dekodieren oder auch kann der Sender sich beim Kodieren mal vertun.

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