Äpfel und Birnen, unterschiedlich

Was ist das Richtige für mich: Coaching oder Beratung?

Vor einigen Tagen war ich auf der „Content Conference“ in München und es lässt mich nicht los. Immer wieder hörte ich zum Abschluss der Vorträge „ach, und wenn du Hilfe brauchst, ich coache auch. Hier ist meine Nummer!“ Nach fünf Vorträgen fragte ich einfach mal nach, auf welcher Basis das Coaching stattfindet und was die Zielsetzung sei. Mein erster Eindruck bestätigte sich, dass eigentlich Beratung gemeint ist. Deshalb das Thema heute: Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Beratung? Was ist das richtige Tool für Sie, um Ihr Ziel kennenzulernen oder zu erreichen? Heute gebe ich Ihnen eine kleine Hilfestellung, damit Sie sich für Ihr Ziel die relevante Maßnahme aussuchen können.

Wozu braucht es Beratung?

Haben Sie ein fachliches Defizit oder einen personellen Engpass, für den Sie kurzfristig Unterstützung suchen? Dann ist Beratung vermutlich das Richtige für Sie. Bei der Beratung kommt in der Regel ein Kunde auf einen Berater zu und schildert sein Problem. Der Berater analysiert es und entwirft einen Masterplan oder ein Konzept als Hilfestellung, das der Kunde dann zur Lösung seines Problems annimmt – oder auch nicht. Dann geht der Kunde den vorgeschlagenen Weg des Beraters, um ans Ziel zu kommen. Oder er weicht davon ab, erklärt die Beratung – je nach Erfolg – für gelungen, gescheitert oder unnötig. Und er überlegt sich beim nächsten Problem, mit dem gleichen oder einem anderen Berater zusammenzuarbeiten.

Was ist Coaching?

Suchen Sie eine Person, die Ihnen hilft, aus einer eingefahrenen Situation zu kommen, einen Konflikt zu lösen oder ein persönliches Anliegen zu klären? Dann sind Sie bei einem Coach besser aufgehoben. Coaching ist kein neumodischer Begriff. Er besteht bereits seit 1556, kommt aus der englischen Sprache (Coach) und meinte ursprünglich einmal nur die Kutsche. Aber schon 1884 wurde der Begriff auf private Tutoren von Studenten übertragen. Auch kennt man den Coach aus dem Leistungssport: Trainer sind Coaches. Und in Unternehmen ist der Begriff Coaching lange etabliert. Coaches unterstützen Management und Mitarbeiter und geben Hilfestellung z.B. bei der Entwicklung von Kompetenzen, Führungsstilen oder Leistungssteigerungen.

Ein Coach erarbeitet etwas gemeinsam mit den Klienten oder Kunden und ist dabei Sparringspartner. Coaching geht davon aus, dass der Klient für die Lösung bereits alle notwendigen Fähigkeiten und auch das passende „fachliche“ Wissen mitbringt. Das mag sich vielleicht etwas wenig anhören und die Frage aufwerfen: was macht denn dann der Coach?“ Aber die Antwort ist alles andere als banal: Der Coach steuert den Prozess und begleitet den Klienten, sein Ziel zu erreichen! Dabei gibt der Coach nicht das Konzept vor, wie das Anliegen geklärt werden kann. Der Klient erfährt stattdessen durch das Coaching seinen eigenen Weg. Er kann aufgrund individueller Gegebenheiten zu seinem persönlich passenden Ergebnis kommen.

Treffen Sie die für Sie passende Wahl!

Wenn Sie beide Perspektiven vergleichen, werden Sie feststellen: Bei der Beratung vergibt ein Unternehmen einen Auftrag um Wissen, Konzeption, Lösungsansätze einzukaufen. Es wird sich ausführlich mit dem abstrakten Problem beschäftigt. Erst, wenn dieses verstanden ist, wird ein Plan entwickelt, der dann vom Kunden umgesetzt werden soll. Beim Coaching sind der Klient und Coach auf Augenhöhe und arbeiten miteinander. Der eine mit seinem Wissen vom Fach und der andere gibt Hilfestellung, den Prozess zu steuern und den Klienten gedanklich zu bewegen.

Da Coaching kein geschützter Begriff ist, sollten Sie genau fragen, was für eine Tätigkeit, Philosophie und Methode sich wirklich hinter dem Angebot verbirgt. Kann der Coach eine Ausbildung vorweisen und hat er für Sie relevante Erfahrungen gemacht? Vereinbaren Sie zunächst ein unverbindliches Kennenlerngespräch. Schauen Sie, ob es sich um ein Coaching handelt oder ob der Zugang zur Beratung zu Ihnen passt. Sie werden sicher schnell erkennen, ob man Ihnen ein Konzept „überstülpt“ oder ob Sie gemeinsam ihr eigenes Konzept entwickeln werden.