Hilfe, ich werde nicht gesehen! Was tun?

Eine Frage, die in Coachings und Workshops gerade zur beruflichen Weiterentwicklung und Neuorientierung immer wieder aufkommt, ist: Was ist der Grund dafür, dass Sie nicht gesehen werden, obwohl Sie im Job soviel leisten oder öffentlich viel unterwegs sind? Es wäre super, wenn ich darauf eine pauschale Antwort hätte und eine Lösung, wie jeder es schaffen kann, besser gesehen zu werden. Doch das wäre nicht solide! Allerdings habe ich mir überlegt, diese Woche einige Anregungen zu geben, mit denen Sie sich beschäftigen können. Vielleicht finden Sie in der einen oder anderen Anregung einen Weg und vielleicht sogar eine individuelle Lösung, um endlich besser gesehen zu werden.

1.  Tue Gutes und rede drüber. 

Zugegeben: Der Satz ist uralt! Das macht ihn aber nicht falsch. Denn leider neigen viele Menschen dazu, Gutes – und damit meine ich auch gute Arbeit oder einen Erfolg – nicht zu kommunizieren. Oder wir erzählen lediglich Menschen davon, die uns ohnehin schon als erfolgreich wahrnehmen und uns sehen. Oft steckt dahinter eine Überlegung wie diese: Die erbrachte Leistung ist doch nichts Besonderes, dass können doch viele! Aus welchem Grund soll ich meinen Erfolg denn auch in der Abteilung herumerzählen? Gegenfrage: Kann das wirklich jeder? Sind Sie nicht vielleicht einfach verwöhnt davon, dass Sie etwas schon immer konnten und es für Sie selbstverständlich ist? Und gehen andere Personen, die für ihre Leistungen und ihr Können gesehen werden, auch so sparsam mit der Darstellung nach außen um?

2. Sehen Sie sich selbst?

Komische Frage, denn natürlich sehen Sie sich selbst, wenn Sie in den Spiegel schauen. Aber: Sehen sie die Persönlichkeit, die im Spiegelbild steckt? Sehen Sie mehr als die äußeren Eigenschaften? Bei dem Gefühl oder der Wahrnehmung „ich werde nicht gesehen“ geht es oft darum, dass wir mehr als physisch und oberflächlich gesehen werden wollen. Denn wir werden ja nicht von unseren Kollegen auf dem Flur umgelaufen 😏. Ich stelle Ihnen hier diese Frage, denn wenn Sie sich nicht sehen: Wie sollen andere Sie wahrnehmen? Schauen Sie doch einmal genauer in den Spiegel. Wer verbirgt sich in der menschlichen Hülle? Was bringt Ihre Augen zum Leuchten? Sicherlich erleben Sie auch Situationen, in denen Sie gesehen werden. Was machen Sie da anders?

3. Wer gesehen wird, kann auch verletzt werden. 

Sind wir in der Vergangenheit häufiger verletzt worden, lernen wir – je nach Persönlichkeitsstruktur – unseren Kopf zu ducken und uns still zu verhalten. Haben wir uns dieses Verhalten erst einmal angewöhnt und perfektionieren es, kann es dazu beitragen, dass wir nicht mehr gesehen werden. Wir sind dann einfach physisch da, nicht mehr und nicht weniger. Fragen Sie sich einmal: In Situationen, in denen Sie mehr gesehen werden wollen, sind Sie wirklich aktiv da oder verhalten Sie sich still? Kommen Sie aus der Angst heraus, dass Sie erneut verletzt werden könnten, und zeigen Sie sich in voller Montur? Denn genau das gehört dazu, wenn wir gesehen werden wollen. Hierzu fällt mir ein schönes Bild ein. Ein junges Reh läuft unbedacht über eine Lichtung, es nimmt den Jäger nicht wahr. Es grast, es springt und ist so entzückt lebhaft. Doch der Jäger schießt – trifft es allerdings nicht. Beim nächsten Mal beeilt sich das Reh, huscht verängstigt und schnell über die Lichtung. Diesmal geht es darum, schnell die Lichtung zu überqueren und nicht wie beim ersten Mal unkontrolliert, zufrieden und natürlich zu sein. Die Angst, dass erneut ein Schuss fallen könnte, ist zu groß.

4. Sind Sie Sie selbst oder spielen Sie eine Rolle, hinter der Sie sich verstecken? 

Ehrlich gesagt ist es hier relevant, etwas um die Ecke zu schauen. Nehmen wir einmal an, Sie spielen eine Rolle, wer wird denn dann gesehen? Sie selbst oder die Persönlichkeit, die sie spielen? Richtig: Gelobt, gesehen und anerkannt werden nicht Sie selbst, sondern das, was Sie gerne sein möchten oder vielleicht auch sein müssen. Dieser Ansatz ist ein bisschen gemein, denn im Zweifel braucht es erst einmal einen Perspektivwechsel, um mitzubekommen, dass wir uns selbst auch eine Rolle vorspielen. Sollten Sie sich hier wiedererkennen, dann ist der erste Schritt zu sich selbst zu stehen, sich selbst anzunehmen und zu lieben und erst dann an der Sichtbarkeit zu arbeiten – wenn Sie sich nicht von alleine einstellt.

Sicherlich gibt es auch noch andere Ansätze zum Thema „Ich werde nicht gesehen!“ Aber vermutlich werden sich viele in einem dieser Ansätze wiederfinden und darin eine Anregung zum Selbstcoaching entdecken. Ich wünsche Ihnen viel Spaß diese Woche beim genaueren Hinschauen. Denken Sie dran: Suchen Sie sich kleine Schritte für die Veränderung und geben Sie sich und Ihrer Umwelt auch die Zeit, die eine Veränderung braucht.

Sie möchten daran arbeiten, sichtbarer werden? Dann haben Sie keine Scheu und nehmen Sie mit mir Kontakt auf oder melden Sie sich zur Freischwimmstunde an. Bevor wir starten, lernen wir uns erst einmal unverbindlich kennen und schauen, ob die Chemie passt. Das alles geht auch sehr gut online mit einem Videoprogramm ihrer Wahl. Ihnen hat dieser Impuls gefallen und Sie möchten auch die anderen Impulse nicht mehr verpassen? Dann melden Sie sich zu meinem Newsletter an!

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